"Emigranten"nach Slawomir Mrozek
Regie: Katrin Kazubko
"DU HAST EIN ZIEL IN DEINEM LEBEN, UND JE ENTFERNTER ES IST, DESTO VERLOCKENDER WIRD ES". AA und XX leben zusammen in einem Kellerloch. Der eine ein Intellektueller, der aus politischen Gründen ins Ausland gegangen ist und ein Buch über den Menschen schreiben will. Der andere ein Gastarbeiter, der sein Geld im Ausland verdient, um sich in seiner Heimat ein Haus zu bauen. Landsmänner, die unterschiedlicher nicht sein könnten und trotzdem in gegenseitiger Abhängigkeit ihr Leben in der Emigration gemeinsam fristen. In einer Silvesternacht trinken sie und sprechen über ihr Leben, ihre Vergangenheit, ihre Ideale, Wünsche und Träume, streiten über Geschichte, Politik, Geld, das Menschsein und den Sinn des Lebens... Humorvoll und grotesk zeichnet Slawomir Mrozek mit psychologischer Genauigkeit zwei heimatlose Menschen, die ihre Gegenwart dem Traum von einer besseren Zukunft opfern. Slawomir Mrozek (geb. 1930) studierte Architektur, Kunstgeschichte und Orientalistik, arbeitete in Polen als Karikaturist und schrieb zahlreiche satirische Erzählungen und Theaterstücke, durch die er Weltruhm erlangte. In Polen galt er zunächst als Vorzeige-Intellektueller. Als Reaktion auf die Niederschlagung des Prager Frühlings beantragte er 1968 in Paris politisches Asyl, wo er u.a. Emigranten schrieb (1974). Später lebte er noch sechs Jahre in Mexiko, bevor er 1996 wieder nach Polen zurück ging. Heute lebt und arbeitet er in Krakau.
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